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23. September 2026

Zwei Tage Hackathon – und das, ohne selbst eine einzige Zeile Code zu schreiben

Kann man in zwei Tagen funktionierende Prototypen einer App-Integration für iOS, Android und Web bauen, indem man ausschließlich die Dokumentation verändert?

Genau dieses Experiment haben wir bei unserem diesjährigen CHECK24 Hackathon, dem Plugin Impossible CHECKathon gewagt. 60 Softwareentwickler und Produktmanager aus den verschiedenen deutschen CHECK24 Standorten stellten sich im Headquarter in München dieser Challenge.

Alle Teams arbeiteten mit derselben Dokumentation und denselben drei Prompts. Einen für iOS, einen für Android und einen für Web. Die Aufgabe: Einen neuen CHECK24 Vergleich bauen und dabei nur die Dokumentation verändern. Die Prompts und der Code durften nicht manuell angepasst werden – ganz nach dem Motto des Plugin Impossible CHECKathons: von Doc to Prod(uct).

“Every Build is like Playing a Slot Maschine”

Nach dem Entwickeln kam das Debriefing: wie hat das Coden ohne Code schreiben funktioniert? Für einige fühlte sich jeder Build wie Glücksspiel an: Derselbe Prompt und minimale Veränderungen an der Dokumentation lieferten bei erneuter Generierung oft ein völlig anderes Ergebnis. „Plötzlich wurden Schachfiguren auf der Ergebnisseite unseres Robotervergleichs angezeigt und wir hatten keine Ahnung, woher die kamen.“ berichtete ein Entwickler.

Context Engineering ist der neue USP von Entwicklern

Diese Erfahrung antizipierte Philipp Kemper (CHECK24 CTO) bereits in seiner Opening Keynote. Hier erwähnte er Context Engineering als die neue Kernkompetenz von Entwicklern, also das gezielte Steuern von Informationen, die eine KI im Kontext zur Verfügung hat. Ein Teil dieses Kontexts ist statisch und bei jeder Anfrage vorhanden, z.B. globale Instruktionen oder zentrale Regeln. Anderer Kontext wird dynamisch geladen. Passende Skills, Dokumente oder Tool-Ergebnisse kommen erst dann in den Kontext, wenn sie für die aktuelle Aufgabe gebraucht werden. Beim Context Engineering entscheidet man also nicht nur was das Modell weiß, sondern auch wann es etwas weiß.

In Anlehnung an Fig. 7, Osmani, Addy; Saboo, Shubham; Kartakis, Sokratis (2026): The New SDLC With Vibe Coding. Kaggle.

In Anlehnung an Fig. 7, Osmani, Addy; Saboo, Shubham; Kartakis, Sokratis (2026): The New SDLC With Vibe Coding. Kaggle.

Investiert in das Harness, nicht in das Modell

Genau hier kommt das Harness ins Spiel. Ein Agent besteht nicht nur aus dem Modell, sondern aus dem Zusammenspiel von Modell und Harness. Das Harness bildet dabei die technische Umgebung, in der das Modell arbeitet.

Beim CHECKathon war genau das spannend: Wir haben weder das Modell noch den Code manuell angepasst. Wir haben lediglich die Dokumentation verändert und damit einen Teil des Kontexts beeinflusst. Das Harness blieb jedoch unverändert und führte neben beeindruckenden Ergebnissen auch zu den beobachteten „Glücksspiel-Builds“. Dadurch erlebten unsere Entwickler hautnah, wie wichtig ein gutes Harness ist. An diesem Punkt setzte auch Philipps Empfehlung für den Entwickleralltag an. Sie lautete: „Investiert in das Harness, nicht nur in das Modell.“

Quelle: Osmani, Addy; Saboo, Shubham; Kartakis, Sokratis (2026): The New SDLC With Vibe Coding. Kaggle.

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