Wie viel kann ein Produktmanager heute selbst umsetzen, wenn er KI gezielt einsetzt? Zehntausende Kundenrückmeldungen, eine konkrete Herausforderung und eine Idee: Mithilfe von KI entwickelte Luis ein eigenes Tool für seinen Arbeitsalltag – ohne selbst Softwareentwickler zu sein. Im Interview erzählt er, wie aus einer Idee innerhalb weniger Iterationen eine Lösung für seinen Arbeitsalltag wurde.
Hi, ich bin Luis und arbeite im Technischen Produktmanagement bei CHECK24 Mietwagen in Augsburg. Gestartet bin ich 2023 als Werkstudent. Nach meinem Studium wurde ich 2025 übernommen und arbeite seitdem als Produktmanager im Partnermanagement.
In meinem Arbeitsalltag beschäftige ich mich damit, wie wir unseren Mietwagenvergleich für unsere Kunden kontinuierlich verbessern können. Dafür analysieren wir Daten und Kundenfeedback, entwickeln neue Ideen und setzen diese gemeinsam mit unseren IT-Teams um.
Besonders spannend finde ich, dass wir dabei viel ausprobieren können. Auch der Einsatz unterschiedlichster KI-Tools gehört mittlerweile zu meinem Arbeitsalltag.
Ausgangspunkt war ein konkretes Problem aus meinem Arbeitsalltag: Wir erhalten sehr viel Feedback von unseren Kunden. Darin steckt enormes Potenzial, um zu verstehen, was bereits gut funktioniert und wo wir unser Produkt weiter verbessern können.
Die Herausforderung besteht darin, aus Zehntausenden Rückmeldungen genau die Informationen herauszufiltern, die für eine bestimmte Fragestellung relevant sind.
Ich wollte deshalb einen Weg finden, Kundenfeedback schneller zu strukturieren und gezielt nach bestimmten Themen zu durchsuchen. Daraus entstand die Idee für mein eigenes Tool.
„Ein Problem ist bei uns keine Niederlage, sondern eine Chance, unser Produkt für die Kunden nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig selbst dazuzulernen. Der AI-First-Ansatz bei CHECK24 gibt uns Produktmanagern dafür jeden Tag neue Möglichkeiten.“
Luis, Produktmanager Mietwagen
Das Tool unterstützt mich dabei, große Mengen an Kundenfeedback mithilfe von KI zu kategorisieren.
Statt zahlreiche Rückmeldungen einzeln durchzugehen, kann ich mich auf einen konkreten Use Case konzentrieren. Das Tool strukturiert das vorhandene Feedback und macht die Aussagen sichtbar, die für meine aktuelle Fragestellung besonders relevant sind.
Dadurch erkennen wir schneller, welche Probleme oder Wünsche unsere Kunden beschäftigen, und können diese Erkenntnisse direkt in unsere Produktarbeit einfließen lassen.
Genau das war für mich einer der spannendsten Teile.
Normalerweise liegt mein Fokus im Produktmanagement darauf, Probleme zu analysieren, Lösungen zu konzipieren und diese gemeinsam mit der IT umzusetzen Bei diesem Projekt wollte ich herausfinden, wie weit ich eine eigene Idee mithilfe von KI selbst vorantreiben kann. Also habe ich angefangen, die technische Lösung Schritt für Schritt selbst zu entwickeln. KI-Tools wie Claude und Cursor haben mir dabei geholfen, Lösungswege zu verstehen, Code zu erstellen und Fehler zu beheben.
So wurde aus einer ersten Idee innerhalb weniger Iterationen ein funktionierendes Tool, das ich heute in meiner täglichen Arbeit einsetze.
Die Aufgabe hat erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie stark KI mittlerweile die Grenze zwischen Konzeption und Umsetzung verändert.
Ich muss als Produktmanager nicht zum Softwareentwickler werden. Aber ich kann Ideen heute selbst weiterdenken, erste Lösungsansätze ausprobieren und Hypothesen früh testen. So kann ich schneller herausfinden, was funktioniert, daraus lernen und eine Idee gezielter weiterentwickeln.
Gleichzeitig habe ich bei der Umsetzung technisch viel dazugelernt. Gerade diese Kombination aus Produktdenken, neuen Technologien und direktem Ausprobieren macht solche Herausforderungen für mich so spannend.
Dass Ideen nicht nur Ideen bleiben.
Wenn wir ein Problem erkennen und einen sinnvollen Lösungsansatz haben, werden wir ermutigt, pragmatische Lösungen zu finden. Ich kann Verantwortung für eigene Themen übernehmen und mich auch in Bereiche einarbeiten, die über meine klassischen Aufgaben hinausgehen.
Mein KI-Tool hätte ich zu Beginn wahrscheinlich selbst nicht als klassische Produktmanagement-Aufgabe bezeichnet. Genau deshalb war es so spannend, einfach loszulegen, Neues zu lernen und am Ende eine Lösung zu entwickeln, die mir im Arbeitsalltag echten Mehrwert bringt.
Neugier ist aus meiner Sicht besonders wichtig – sowohl auf das Produkt als auch auf die Möglichkeiten, die KI im Arbeitsalltag eines Produktmanagers schafft.
Man sollte Lust darauf haben, Probleme wirklich zu verstehen, Dinge zu hinterfragen und neue Lösungswege auszuprobieren.
Wer nicht nur Konzepte erstellen, sondern Ideen testen, Verantwortung übernehmen und Produkte aktiv mitgestalten möchte, findet im Produktmanagement bei CHECK24 viele Möglichkeiten dazu.